Sucht-Aktionswoche
Singen. Eine Sucht bedeutet nicht nur eine Belastung für den Betroffenen. Auch Angehörige leiden oft darunter. Darauf soll bei der bundesweiten COA-Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien vom 22. bis zum 28. Februar aufmerksam gemacht werden. Auch in Singen gibt es eine Aktion: ein Theater, das am 26. Februar Premiere feiert.

Veranstaltet wird es von der Fachstelle Sucht – deren Aufwind-Projekt in diesem Jahr das 25-jährige Jubiläum feiert – in Kooperation mit der Singener Kriminalprävention und unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Marcus Röwer. „Das Thema ist nicht neu“, sagt Lars Kiefer, Leiter der Fachstelle Sucht. Die Herausforderung liege darin, die Thematik immer wieder neu zu verpacken, um sie zielgerecht vermitteln zu können. Nach einer Wanderausstellung im Cano, bei dem Besucher während dem Einkauf auf das Thema aufmerksam gemacht wurden, ist in diesem Jahr das Theaterstück „Irgendwie anders?“ unter der Regie von Monika Wieder geplant. In dem Kind geht es um Sucht in der Familie, um Selbstzweifel und schwierigen Lebensumständen der Kinder und um mögliche Lösungswege – und das ganze wird kindgerecht transportiert.

Das Stück richtet sich an Schülerinnen und Schüler der vierten bis sechsten Klasse. Die Idee ist, dass nach der Aufführung dann auch Zeit im Unterricht damit verbracht wird, das Thema nachzubearbeiten. „Statistisch sind in jeder Schulklasse vier Kinder betroffen“, sagt Lars Kiefer. Das Stück soll zum Nachdenken anregen und die Kinder öffnen und dazu beitragen, dass sie Scheuklappen ablegen. „Das wäre ein schöner Effekt.“ Finanziert wird das Theater zunächt durch Spendengelder. Die Veranstalter hoffen aber darauf, Krankenkassen zu gewinnen, um mit ihrer finanziellen Hilfe das Projekt weiterzuentwickeln.

Auch für die Singener Kriminalprävention ist das Thema von Bedeutung, wie Marcel DaRin erläuterte. Kinder aus suchtbelasteten Familien wachsen unter Stress auf und haben eventuell auch Erfahrung mit Gewalt, meint er. Sie hätten ein erhöhtes Risiko, selbst in die Kriminalität abzurutschen. Mit einem Projekt wie diesem sollen Kinder lernen, Resilienzen aufzubauen.

Bürgermeister Marcus Röwer, der die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen hat, betonte, wie dankbar die Stadt über solches Engagement ist. Es sei schön, dass die Aktionswoche eben nicht nur in weiter Ferne stattfinet, sondern auch hier in Singen. „Das Projekt deckt viele Facetten ab“, erklärte der Bürgermeister. Es sensibiliesiere Leher, kläre auf und zeige Schülern, welche Anlaufstellen es gibt. „Menschen erfahren Unterstützung, die sie sonst nicht erfahren würden“, meinte er. Es sei ein unterstützungswürdiges, wertvolles Projekt, das er auch persönlich gerne unterstütze: „Ich musste da nicht lange nachdenken.“

Die Premiere des Theaterstücks findet am 26. Februar, um 14 Uhr im Bürgersaal des Singener Rathauses statt. Sie richtet sich primär an Schulleitungen, Fachkräften von Schulen, die offene Jungendarbeit und andere Partner. Es soll aber ausdrücklich keine geschlossene Veranstaltung sein und so sind auch andere Interessierte – zum Beispiel aus der Jugendarbeit von Vereinen – eingeladen.

Anmeldung per Email an aufwind@bw-lv.de