JUGENDLICHE DENKEN IHRE HEIMAT NEU
Drei Tage Kommunalpolitik hautnah: „Pimp My Heimat!“ im Singener Rathaus
Wie funktioniert Kommunalpolitik eigentlich in der Praxis? Und wie können junge Menschen ihre eigenen Ideen in ihre Stadt einbringen? Antworten darauf lieferte das dreitägige Beteiligungsprojekt „Pimp My Heimat!“, das vom 14. bis 16. April 2026 im Bürgersaal und im Ratssaal stattfand.
Organisiert wurde das Format von der Singener Kriminalprävention in Kooperation mit dem Jugendreferat und der Schulsozialarbeit. Beauftragt für die Durchführung war der Verein „Politik zum Anfassen“, dessen fünf Moderatorinnen und Moderatoren aus Isernhagen angereist waren. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie unterstützt durch die Singener Kriminalprävention (SKP).
Rund 100 Schülerinnen und Schüler der Johann-Peter-Hebel-Schule, der Beethovenschule, der Robert-Gerwig-Schule und des Friedrich-Wöhler-Gymnasiums schlüpften dabei in die Rolle von Gemeinderätinnen und Gemeinderäten und gestalteten ihre Stadt aktiv mit.
Bereits am ersten Tag starteten die Jugendlichen nach einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Bernd Häusler mit thematischen Crashkursen zu Klimafakten, Migration, Digitalisierung und Sicherheit. Anschließend entwickelten sie gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Stadtverwaltung eigene Ideen, die in den folgenden Ausschüssen den Themen „Schule & Bildung“, „Nachbarschaft & Kommune“ sowie „Ehrenamt & Verein“ zugeordnet, diskutiert und zu konkreten Anträgen ausgearbeitet wurden.
Der zweite Projekttag stand im Zeichen des direkten Austauschs mit der Kommunalpolitik. In Gruppensitzungen diskutierten die Jugendlichen intensiv mit Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern. In anschließenden Ausschusssitzungen wurden die eingebrachten Ideen weiterentwickelt, kritisch geprüft und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit bewertet.
Den Höhepunkt bildete der dritte Tag im Ratssaal: In Fraktionssitzungen bereiteten die Jugendlichen ihre Positionen vor, bevor im großen Abschlussplenum über die Anträge beraten und abgestimmt wurde – in Anlehnung an den Ablauf einer echten Gemeinderatssitzung. Die Sitzung leitetet Bürgermeister Marcus Röwer.
Die dabei beschlossenen Vorschläge werden nun in die Verwaltung übergeben, in den zuständigen Fachausschüssen weiter beraten, und – je nach Entscheidungslage – dem Gemeinderat zur Beratung und möglichen Umsetzung vorgelegt.
Begleitend dokumentierte ein Redaktionsteam aus Schülerinnen und Schülern das dreitägige Projektgeschehen, führte Interviews, erstellte Social-Media-Beiträge und arbeitete an einem eigenen Magazin.
Die Rückmeldungen aus Verwaltung und Projektteam fielen durchweg positiv aus. Marei von Bonin (Schulsozialarbeit), Selina Brix (Jugendreferat) und Marcel Da Rin (Singener Kriminalprävention) sprachen von einer gelungenen Premiere, bei der die Zusammenarbeit aller Beteiligten hervorragend funktioniert habe. Man habe wichtige Erkenntnisse gewonnen und sehe eine Fortsetzung des Formats als sehr sinnvoll an.
Auch die Jugendlichen zogen ein positives Fazit.
Zu den von den Jugendlichen erarbeiteten Vorschlägen zählen unter anderem ein neuer Calisthenics-Park in der Südstadt, die Wiedereinführung einer Kirmes in Singen, eine stärkere Digitalisierung des Unterrichts durch iPads, die Ausstattung öffentlicher Gebäude mit Solaranlagen sowie verstärkte Aufklärung zu „Fake News“ im Schulunterricht.
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